{"id":1760,"date":"2021-04-29T20:00:00","date_gmt":"2021-04-29T18:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/strukturpolitik.org\/?p=1760"},"modified":"2024-02-04T14:04:32","modified_gmt":"2024-02-04T13:04:32","slug":"ankuendigung-gfs-digital-vernetzt-am-29-april-zum-thema-die-corona-pandemie-und-ihre-auswirkungen-auf-die-stadt-und-regionalentwicklung-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/strukturpolitik.org\/?p=1760","title":{"rendered":"GfS digital vernetzt: zum Thema \u201eDie Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Stadt- und Regionalentwicklung in Deutschland&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Gut ein Jahr nach unserer ersten <a href=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/?p=1531\" data-type=\"post\" data-id=\"1531\">Diskussion \u00fcber die Auswirkungen der Coronapandemie<\/a> g\u00f6nnte sich die GfS am 29. April 2021 eine Aktualisierung zu den inzwischen gesammelten Erfahrungen und Erkenntnissen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Rainer Danielzyk er\u00f6ffnete seinen Beitrag (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/GfS_Danielzyk-CoronaUndRaumentwicklung_20210429.pdf\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/GfS_Danielzyk-CoronaUndRaumentwicklung_20210429.pdf\" target=\"_blank\">Download PDF-Pr\u00e4sentation<\/a>) mit der Entschuldigung daf\u00fcr, dass der Input f\u00fcr seinen Vortrag sehr umfangreich sei. Denn das Thema besch\u00e4ftigt fast jede Einrichtung, die Ver\u00f6ffentlichungen erzeugt. Er zitiert Ilse Helbrecht (Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin): Corona bringt nichts Neues, sondern ist ein Brandbeschleuniger in allen Bereichen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber alle Themen hinweg ist eine Renaissance der nationalstaatlichen Handlungsebene erkennbar. Die Legitimation f\u00fcr \u00f6ffentliches Handeln gegen\u00fcber fr\u00fcheren Privatisierungstendenzen w\u00e4chst. So wird z.B. die fr\u00fchere Privatisierung des Gesundheitswesens grunds\u00e4tzlich in Frage gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Stand der Diskussion zur r\u00e4umlichen en Entwicklung zeigt viele offene, bislang nicht eindeutig beantwortbare Fragen: &nbsp;z.B. Annahmen zum Ende der Globalisierung bzw. zugunsten einer Re-Regionalisierung. Absehbar ist ein tiefgreifender Wandel &nbsp;im Verkehrsbereich, wenn es um den Modal Split geht: z.. B. mehr Radverkehr, weniger &nbsp;\u00d6PNV, aber auch mehr PKW- Nutzung, so dass die damit f\u00fcr die St\u00e4dte verbundenen Probleme (Stellplatzbedarf!) nicht weniger werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Rainer Danielzyk stellt die These auf, dass die Dimension Raum zuk\u00fcnftig zwar wichtiger wird, aber Auswirkungen auf die r\u00e4umliche Planung und Entwicklung noch unsicher sind. Die Zunahme des Online-Handels f\u00fchrt zu einem Funktionsverlust des Handels bzw. einem beschleunigten Wandel insbesondere in Nebenzentren und kleinen St\u00e4dten sowie Mittelzentren. Das Leitbild der \u201eEurop\u00e4ischen Stadt\u201c (Leipzig-Charta) ist zwar weiterhin realistisch. Dessen Realisierung wird allerdings eine neue Mischung der Funktionen ben\u00f6tigen, die mit dem auf Nutzungstrennung optimierten rechtlichen Planungsinstrumentarium kaum handhabbar ist. Es ist eine Zunahme des Wohnfl\u00e4chenbedarfs infolge der Heimarbeit zu erwarten. Geschw\u00e4chte B\u00fcro-, Messen- und Veranstaltungsstandorte haben bedeutende Auswirkungen auf st\u00e4dtische \u00d6konomien.<\/p>\n\n\n\n<p>Als weitere These formulierte er ein neues Stadt-\/Land-Verh\u00e4ltnis. Zwar werden l\u00e4ndlich-periphere R\u00e4ume wahrscheinlich nicht von den Ver\u00e4nderungen profitieren k\u00f6nnen, zumal dort aktuell die n\u00f6tige digitale Infrastruktur meist fehlt. Allerdings werden die bislang l\u00e4ndlich-suburbanen Umfelder der st\u00e4dtischen Zentren neue Chancen infolge des mobilen Arbeitens erhalten ( 2., 3., 4. \u2026 Ring). In Gro\u00dfst\u00e4dten k\u00f6nnte sich die Wohnraumnachfrage zugunsten kleinr\u00e4umiger (Zweit-)Wohnsitze ver\u00e4ndern. Daraus entsteht eine zumindest partielle r\u00e4umliche Verlagerung z.B. des Konsums, aber auch der Freizeitaktivit\u00e4ten und des sozialen Engagements. Grunds\u00e4tzlich gebe es in der Wissenschaft noch keine eindeutigen Hinweise daf\u00fcr, dass regionalen Disparit\u00e4ten steigen werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Als Schlussfolgerungen h\u00e4lt er fest, dass Corona ein \u201eKatalysator der Transformation\u201c sei, die Aspekte \u201eDezentralit\u00e4t\u201c und \u201eResilienz\u201c eine st\u00e4rkere Bedeutung f\u00fcr die Leitbilder der Raumordnung erhalten werden und ein Bedarf f\u00fcr neue Ans\u00e4tze zur Steuerung der Raumentwicklung besteht. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><a href=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/GfS_Danielzyk-CoronaUndRaumentwicklung_20210429.pdf\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"889\" height=\"662\" data-attachment-id=\"1859\" data-permalink=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/?attachment_id=1859\" data-orig-file=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/grafik.png\" data-orig-size=\"889,662\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"grafik\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/grafik.png\" src=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1859\" style=\"width:667px;height:497px\" srcset=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/grafik.png 889w, https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/grafik-300x223.png 300w, https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/grafik-768x572.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/GfS_Danielzyk-CoronaUndRaumentwicklung_20210429.pdf\" target=\"_blank\">Download der Pr\u00e4sentation (PDF-Format)<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Anschluss tauschten sich 13 Mitglieder und G\u00e4ste der GfS aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Corona sei ein weiterer Divergenzimpuls wie in Zeitr\u00e4umen von Wirtschaftskrisen und Technologiesch\u00fcben, zwischen denen lange Stabilit\u00e4tsphasen liegen. In diesem Fall allerdings weniger stark bezogen auf das Verh\u00e4ltnis zwischen Stadt und Land, als zwischen bereits starken und bereits schwachen Regionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Diskusson \u00fcber krisensichere \u00f6ffentliche Infrastrukturen wird erweitert um krisensichere private Produktionsstrukturen. St\u00f6rungen der Lieferkette f\u00fchren zu Resilienzbestrebungen in der Wirtschaft, z.B. zugunsten diversifizierter Lieferbeziehungen. Die Situation von Messen und Flugh\u00e4fen wird derzeit nur durch \u00f6ffentliche Subventionen stabil gehalten, deren Sinnhaftigkeit einzelne Teilnehmende in Frage stellen. Andere Teilnehmende sehen eine Chance in dem aufgestauten Nachholbedarf \u2013 einzelne Messestandorte w\u00fcrden sogar zur Vorbereitung auf diese Zeit zus\u00e4tzlich investieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Resilienz ist bisher in der Raumplanung ein abstraktes Leitbild, welches noch kaum konkretisiert ist. Die Beschleunigung und Zuspitzung durch Corona zeigt sich am Beispiel des inzwischen allgegenw\u00e4rtigen Aufbaus von Coworking-Zentren. Neben der Stadt- \/Landfrage kommt es im Fall der einzelnen St\u00e4dte auf das Akteursengagement an: Unkonventionell und abseits von Routinen muss man neue Ideen und Gesch\u00e4ftsmodelle finden. Wie kann man die Experimentierfreude in einer Zeit der erh\u00f6hten Gefahrenabwehr bewusst wieder ausl\u00f6sen? Dieser Widerspruch muss aufgel\u00f6st werden. Das Land NRW setze mehr als bislang auf regionale Handlungsr\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p>Einig waren sich die Teilnehmenden, dass viele Effekte von Dauer sein werden. Gegens\u00e4tzlich waren die Einsch\u00e4tzungen, ob mehr Digitalisierung zu weniger sozialer Interaktion f\u00fchrt. Als einen &nbsp;bereits messbaren Effekt konstatierten einzelne Teilnehmende einen R\u00fcckgang der abgeschlossenen Ausbildungsvertr\u00e4ge um 15 % und steigende Fallzahlen der Schul- und Studienabbr\u00fcche. Es droht eine Kompetenzl\u00fccke \u2013 mehr statt weniger Investition in Bildung erscheint sinnvoll. <\/p>\n\n\n\n<p>Der geplante hohe F\u00f6rdermitteleinsatz f\u00fcr Klimawandel und Digitalisierung l\u00e4sst die Gefahr der Fehlsteuerung steigen. Werden z.B. basale Werte wie das Recht auf (Grund-)Bildung dabei vernachl\u00e4ssigt? Die Inanspruchnahme von bzw. das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Wissenschaft hat einerseits in der Politik und in der Breite der Bev\u00f6lkerung zugenommen und andererseits einen wissenschaftskritischen Gegenpol in kleineren Bev\u00f6lkerungsteilen best\u00e4rkt. In Kombination mit weiteren unverzichtbaren Strukturver\u00e4nderungen z.B. im Rahmen des Klimawandels entsteht damit ein relevantes Risiko f\u00fcr die kulturelle, politische, soziale und wirtschaftliche Innovationsf\u00e4higkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut ein Jahr nach unserer ersten Diskussion \u00fcber die Auswirkungen der Coronapandemie g\u00f6nnte sich die GfS am 29. 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