{"id":3162,"date":"2024-05-19T11:12:59","date_gmt":"2024-05-19T09:12:59","guid":{"rendered":"https:\/\/strukturpolitik.org\/?p=3162"},"modified":"2026-01-26T13:28:33","modified_gmt":"2026-01-26T12:28:33","slug":"gfs-vor-ort-beim-dgb-in-duesseldorf-vorstellung-des-thesenpapiers-lehren-erkenntnisse-und-diskussionsanstoesse-fuer-die-gestaltung-der-sozial-oekologischen-transformation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/strukturpolitik.org\/?p=3162","title":{"rendered":"GfS vor Ort beim DGB in D\u00fcsseldorf: Vorstellung des Thesenpapiers &#8222;Lehren, Erkenntnisse und Diskussionsanst\u00f6\u00dfe f\u00fcr die Gestaltung der sozial-\u00f6kologischen Transformation&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Was f\u00fcr Lehren, Erkenntnisse und Diskussionsanst\u00f6\u00dfe lassen sich aus den Erfahrungen mit dem Strukturwandel im Ruhgebiet f\u00fcr die sozial\u00f6kologische Transformation ziehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Workshops der Gesellschaft f\u00fcr Strukturpolitik am 27.06.24 im DGB-Haus in D\u00fcsseldorf. Ausgangspunkt bildete eine Pr\u00e4sentation von Dr. J\u00f6rg Weingarten vom DGB NRW (<a href=\"https:\/\/strukturpolitik.org\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/VortragGfS_LehrenstrukturwandelRuhr.pdf\" data-type=\"attachment\" data-id=\"3190\">PDF-Download hier)<\/a>. Vorgestellt wurden Thesen, die auf einem internen Arbeitspapier des DGB zu der oben genannten Frage beruhen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Deutlich wurde gleich zu Beginn der Diskussion, dass der Strukturwandel im Ruhrgebiet und die sozial-\u00f6kologische Transformation sehr unterschiedlich sind. Von daher geht es nicht in erster Linie darum, bisher Erprobtes besser zu machen, sondern neue Strategien und Instrumente zu entwickeln und umzusetzen. So ist auch zu fragen, wie aktuell der ohne Zweifel vorhandene Wissensspeicher bezogen auf strukturpolitische Erfahrungen im Ruhrgebiet noch ist.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Einen weiteren Diskussionsschwerpunkt bildete die Ambivalenz der Bilanz des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Es wurden zahlreiche neue Instrumente erprobt, oft sind diese aber nicht dauerhaft in den Institutionen wirksam geblieben. Einzelne Regionen haben eine positive Entwicklung gestaltet, andere sind deutlich zur\u00fcckgeblieben. Die positiven Wirkungen einer ausgepr\u00e4gten sozialpartnerschaftlichen Tradition sind in NRW und im Ruhrgebiet auch heute noch erkennbar, diese drohen aber ins Leere zu greifen, wenn immer mehr Unternehmen ihren Standort gef\u00e4hrdet sehen und nicht mehr zu einer gestaltenden Perspektive bereit sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wurden diskutiert. Aufgestaute Probleme wie eine vernachl\u00e4ssigte Infrastruktur, ein enger finanzieller Rahmen vor allem auch auf der kommunalen Ebene wurden ebenso thematisiert wie die Br\u00fcchigkeit des gesellschaftlichen Konsenses \u00fcber die Notwendigkeit einer sozial\u00f6kologischen Transformation. Argumentiert wurde, dass diese Transformation eine aktive Rolle des Staates verlangt, wobei die Frage, was \u201eaktiver Staat\u201c bedeutet, durchaus unterschiedliche beantwortet wurde. Weitgehend Einigkeit bestand in der Annahme, dass die Transformation nur gelingen kann, wenn sie aktiv von allen Beteiligten mitgestaltet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurde die zuk\u00fcnftige Rolle der Industrie diskutiert. Die Deindustrialisierung im Rahmen des Strukturwandels im Ruhrgebiet war als Notwendigkeit anerkannt, die positiven Folgen f\u00fcr Wohlstandsgewinn und Lebens- und Umweltqualit\u00e4t deutlich sp\u00fcrbar, doch ist die sozio-\u00f6konomische Spaltung der Region heute besonders sichtbar Die \u00f6kologische Transformation sieht sich der Gefahr einer weiteren Deindustrialisierung vor allem bei den energieintensiven Industrien ausgesetzt, enth\u00e4lt aber auch Elemente einer Reindustrialisierung durch neue Industrien. Die Chancen neuer Industrien sollte sicher gerade auch durch die Gestaltung der Rahmenbedingungen genutzt werden, an der Sinnhaftigkeit der momentan massiven Subventionierung neu angesiedelter Unternehmen bestehen aber erhebliche Zweifel.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zuletzt stand die Rolle der Gewerkschaften zur Diskussion. Ohne sozialpolitische Kompensation wird die \u00f6kologische Transformation zu weiteren gesellschaftlichen Verwerfungen f\u00fchren, wobei nach zahlreiche soziale Probleme \u2013 etwa die Bildungsungleichheit \u2013 dringend auf der Agenda stehen. Von daher werden sozial- und arbeitspolitische Herausforderungen f\u00fcr die Gewerkschaften weiterhin zentral bleiben, wobei daneben zunehmend eine treibende Rolle bei der betrieblichen und regionalen Gestaltung der Transformation an Bedeutung gewinnen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr Lehren, Erkenntnisse und Diskussionsanst\u00f6\u00dfe lassen sich aus den Erfahrungen mit dem Strukturwandel im Ruhgebiet f\u00fcr die sozial\u00f6kologische Transformation ziehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Workshops der Gesellschaft f\u00fcr Strukturpolitik am 27.06.24 im DGB-Haus in D\u00fcsseldorf. Ausgangspunkt bildete eine Pr\u00e4sentation von Dr. J\u00f6rg Weingarten vom DGB NRW (PDF-Download hier). 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