GfS-Frühjahrstreffen am 17./18. Januar 2020 in OWL: Was gibt es Neues? Innovationsstrategien für Stadt und Land

OstWestfalenLippe und die REGIONALE 2022 „Das neue UrbanLand“ luden gemeinsam mit der Gesellschaft für Strukturpolitik zur Frühjahrstagung nach Bielefeld ein.

Der thematische Schwerpunkt des 13. Frühjahrstreffen der Gesellschaft für Strukturpolitik wurde von Annette Nothnagel, Leiterin der REGIONALE 2022 bei der OWL GmbH organisiert. Die REGIONALE beschäftigt sich unter der Überschrift UrbanLand OWL mit der neuen Balance von Stadt und Land. Damit greifen wir auch die aktuelle Diskussion um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse auf und können zu dem 12-Punkte-Plan des Bundes einiges beitragen.

Im Mittelpunkt stand das Thema „Der neue Mittelstand“ mit Unternehmertum, Innovationsförderung, Beruflicher Bildung und Fachkräfte. Am Freitag nachmittgas fand eine Exkursion zum InnovationSPIN – ein REGIONALE-Projekt der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Höxter, Lippe Bildung und der TH OWL – in Lemgo statt.

Prof. Dr. Stefan Witte, Vizepräsident für Forschung und Transfer, Technische Hochschule OWL stellte die Wirtschaftsregion OWL und darauf bezogene Innovationsprojekte vor. Die Technische Hochschule OWL umfasst den Innovationscampus in Lemgo, den Creative Campus in Detmold und der Sustainable Campus in Höxter. Thematische Schwerpunkte des Innovations Campus bilden Intelligente Automation, Lebensmittel, Gesundheit, Energiesysteme und perspektivisch auch Holz. Der Innovations Campus versteht sich als Think Tank für den neuen Mittelstand in OWL und bezieht anders als vergleichbare Einrichtungen auch das Handwerk auf allen Ebenen ein.

Der Vortrag wurde durch eine Besichtigung der SmartFactoryOWL seitens Alexander Kuhn (Technische Hochschule OWL, Institut für industrielle Informationstechnik – inIT) anschaulich unterfüttert und durch Beispiele (Projekte des autonomen Fahrens) von Prof. Dr. Ing. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer IOSBä-INA Institutsteil für industrielle Automation, vertieft.

Die Diskussion kreiste um die Formen der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren wie auch zwischen den einzelnen Standorten. Deutlich wurde eine Zusammenarbeit zwischen den Hochschulstandorten in OWL: Bielefeld mit dem Schwerpunkt kognitive Systeme, Paderborn mit dem Schwerpunkt System Engineering und Lemgo mit dem Schwerpunkt Intelligente Automation.

Der Bezug zum Handlungsfeld Smart City mit den thematischen Schwerpunkten Mobilität, Umwelt, technische Infrastruktur und Handel führte zu einer intensiven Diskussion um die Nutzerbeteiligung bzw. um die Partizipation als Schlüsselgröße für Umsetzung und Akzeptanz. Prof. Jasperneite schilderte die eigentlichen Lernprozesse, die Notwendigkeit von Interdisziplinarität sowie die Grenzen einer ingenieurwissenschaftlichen Herangehensweise.

Mitgliederversammlung

Am Abend folgte die GfS- Mitgliederversammlung inklusive der Erörterung unserer Themen für das Jahr 2020.

Am Samstag wurde die Diskussion fortgesetzt. Nun standen die OWL GmbH mit ihren Formaten der Strukturentwicklung von der REGIONALE 2022 über den Spitzencluster It´s OWL bis hin zum aktuellen Programm OWL 2025 auf der Tagesordnung im Mittelpunkt.

Annette Nothnagel stellte die Vorträge und Diskussionen des Vortrags in den Kontext der REGIONALE OWL 2022. Als Aktionsfelder wurden „Der neue Mittelstand“    – „Das neue StadtLandQuartier“     – „Die neue Mobilität“     – „Die neuen Kommunen ohne Grenzen“ hervorgehoben. Eine Schlüsselrolle der Strategie bietet die Vernetzung auf drei Ebenen: physisch (Mobilität), digital und sozial (Kooperation). Herbert Weber, Geschäftsführer OWL GmbH, stellte die REGIONALE OWL 2022 in den Kontext der langfristigen regionalen Entwicklungsstrategie in OWL. Leitprojekte dieser Strategie waren die Regionale 2000 in Verbindung mit der Expo in Hannover, die Initiative wirtschaftsnahe Verwaltung zu Beginn der 2000er Jahre, die Konzentration auf das Thema „Innovation und Wissen“ ab 2007 und danach It’s OWL als breit angelegtes Netzwerk- und Innovationsprojekt.

Die Diskussion betonte die Bedeutung der Verortung der Leitprojekte in eine langfristige Strategie und die Bedeutung kultureller Faktoren. Gefragt wurde nach der Einbettung in eine überregionale Arbeitsteilung und wie andere Regionen von den Erfahrungen in OWL lernen können. Von besonderem Interesse war die Frage nach dem Format der Regionale als Katalysator einer langfristigen regionalen Entwicklungsstrategie.

Abschließend erörterte Frau Prof. Schramm-Wölk, Präsidentin der FH Bielefeld und Vorsitzende von Campus OWL, einem Zusammenschluss der fünf staatlichen Hochschulen, wie sich die Hochschulen in die Regionalentwicklung einbringen können. Sie verweis auf die Gründung des Studienfonds OWL im Jahr 2006 als zentralen Impuls für eine Zusammenarbeit der Hochschulen in der Region im Rahmen des Campus OWL. Zentrale Funktionen der Zusammenarbeit betreffen die Außendarstellung, Unterstützung bei der Akquisition von Mitteln im Rahmen der EU-Projektförderung, die Schaffung von Durchlässigkeiten zwischen den unterschiedlichen Schultypen, die Internationalisierung, das Talent-Scouting sowie diverse Innovationsvorhaben. Weiterhin betonte Frau Schramm-Wölk die Bedeutung von Strukturen, die unabhängig von einzelnen Personen sind, neuen Akteuren damit eine schnelle Einbindung in die bestehenden Netzwerke ermöglichen.

Hier kreiste die Diskussion um die Frage nach den Anreizen für Hochschulmitglieder, sich an regionalen Aktivitäten zu beteiligen, um eine neue Wertschätzung der Sozialwissenschaften und um Evaluierungskriterien.

Insgesamt boten die Vorträge einen eindrucksvollen und anschaulichen Eindruck über die vielfältigen und strategisch ausgerichteten regionalen Entwicklungsaktivitäten in OWL und boten die Möglichkeit, Schlüsselfragen regionaler Entwicklungsstrategien zu diskutieren.

An beiden Tagen gab es wie üblich wieder viel Raum für Diskussion und zum Netzwerken. Herzlichen Dank an die Referentinnen und Referenten für die gewährten Einblicke und die Bereitschaft zum intensiven Austausch!

Unser Thema: Stadt – Umland – Land (Siedlungsentwicklung – „Neue Übergänge“)

Frank Wältring eröffnete im Essener Unperfekthaus den Diskurs mit einer Betrachtung auf der Makro-Ebene. Eine regionale Bestandsaufnahme im Rheinland hat Themen und Leitbilder für verschiedene Teilräume ergeben, die u.a. bei der Bildung von (projektbezogenen) Kooperationen zwischen Akteuren helfen können. Bei der Überleitung zur Mikro-Ebene wechselte er zur Perspektive einer Ortschaft in einem ländlich geprägten Teil Westfalens. Dort steht mit dem LEADER-Programm zwar ein regionales Management zur ländlichen Entwicklung zur Verfügung. Dessen kleinräumige Gebietskulisse ist zur Bildung von Kooperationen zwischen Mittelstädten und dem ländlichen Umland jedoch nur bedingt geeignet.

Die fünf Teilnehmenden unterstützen den Input-Vortrag mit ihren Erfahrungen. So wurden spezifische Vor- und Nachteile der Regionalentwicklung in ländlichen Gebieten im Vergleich zu Metropolräumen erkannt. Zudem wurde der Gedanke formuliert, dass kommunale Wirtschaftsfördergesellschaften nicht die Vorreiter von ganzheitlichen und räumlichen Innovationsansätzen sind. Zugleich sind solche Ansätze notwendig, um wirtschaftliche, soziale und grüne Ansätze zusammenzudenken sowohl in ländlich-mittelstaedtischen Räumen als auch in Metropolregionen. In diesem Bereich besteht eine Lücke sowohl in der Raumplanung als auch in der Verknüpfung von neuen Förderansätzen.

Frühjahrstagung 2015: Metropolregion, Regiopole und strukturpolitische Regionen in NRW

Rund 20 Mitglieder und Besucher folgten der Einladung in das winterliche Wuppertal zur Podiumsdiskussion über das Thema „Metropolregion, Regiopole und strukturpolitische Regionen: Trends in der Diskussion um eine teilräumlichen Struktur in NRW und deren Konsequenzen“

Impulsreferate:

  • Dr. Reimar Molitor (Region Köln/Bonn e.V.),
  • Martin Tönnes (Regionalverband Ruhr)
  • Dr. Heiner Kleinschneider (WFG für den Kreis Borken mbH).

Unser Thema: Das Verhältnis von Verhältnis von Landesplanung und Strukturpolitik

Der zweite Stammtisch der Gesellschaft für Strukturpolitik im Jahr 2014 fand am 23. Juni im Unperfekthaus in Essen statt. Prof. Danielzyk präsentierte Auszüge der ILS-Untersuchung „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse: NRW-spezifische Auswertung von Indikatoren zur Raumentwicklung“.

Martin Hennicke stellte den Zusammenhang zu laufenden und zukünftig zu erwartenden Diskussionen zur Landesentwicklungsplanung, zum Länderfinanzausgleich und zum Solidarpakt Ost her. Im Anschluss diskutierten neun Anwesende darüber, ob und wie die klassische Raumplanung und moderne partizipative Raumentwicklungsansätze in der Lage sind, räumliche Disparitäten auf lokaler und regionaler Ebene zu erkennen und zu beheben.

Unser Thema: Zukunftsenergien – die Rolle der Bioenergie

Bei unserem Oktober-Stammtisch am 05.10.2011 gab Herr Carsten Elkmann, Bioenergie-Manager des Kreises Recklinghausen, ein Inputreferat zum Thema „Zukunftsenergien: Die Rolle der Bioenergie“. Im Anschluss tauschten sich die GfS-Mitglieder über das Thema aus und diskutierten über die Bedeutung von Zukunftsenergien in der politischen Praxis.