Ankündigung der GfS-Jahrestagung am 16. und 17. Januar 2026 in Bochum: „Strukturpolitik und zukünftige Transformationskapazitäten vor Ort“

Welche Kapazitäten „vor Ort“ benötigt eine transformationsorientierte präventive Strukturpolitik in NRW in Zukunft? Wie kann Strukturpolitik bestmöglich im Sinne der Transformation eingesetzt werden? Als Auftakt für unser Jahrestreffen möchten wir diese Fragestellungen in einem gemeinsamen Workshop der GfS und der ARL-Arbeitgruppe „Regionale Strukturpolitik unter Transformationsbedingungen“ am 16. Januar diskutieren. Ziel ist es, Erkenntnisse und Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis zu bündeln und Impulse für eine zukunftsfähige transformative Strukturpolitik in NRW zu geben.

Traditionell war die regionale Strukturpolitik in NRW auf die Stärkung strukturschwacher Regionen und die Begleitung des regionalen Strukturwandels ausgerichtet. Schon seit einiger Zeit hat insbesondere die europäische Strukturpolitik ihren Ansatz verändert und unterstützt etwa im Rahmen des EFRE-Programms innovative Vorhaben, so z.B. der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft oder der Aufbau einer zirkulären Wirtschaft, in allen Regionen. Aktuelle Entwicklungen wie die Herausforderungen der Gewährleistung der Energiesicherheit, die zunehmende Unsicherheiten von globalen Lieferketten und der fortschreitenden Digitalisierung erzwingen neue Perspektiven und machen in NRW eine präventive und transformative Strukturpolitik notwendig, die
schon vor Eintritt regionalwirtschaftlicher Problemlagen versucht, Rahmenbedingungen, etwa in den Bereichen Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung, zu verändern. Das gilt umso mehr, wenn die regionale Strukturpolitik auf die Anforderungen einer sozialökologischen Transformation ausgerichtet werden soll. So haben strukturpolitische Programme begonnen, sich stärker der ökologischen Herausforderung zu stellen, z. B. die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, GRW.

Im Vordergrund des Workshops stehen Fragen nach den geeigneten Kapazitäten, Strukturen und Kompetenzen auf der lokalen Ebene in Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik, die Befähigung von Kommunen, transformative Prozesse strategisch und partizipativ zu steuern, und die Frage, welche Akteure und Governanceformen dabei von Bedeutung sind.

Ort: Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstraße 150, 44780 Bochum

Programm am 16. Januar 2026:

14:30 Ankunft und Snacks
15:00 Begrüßung
15:15 Impuls & Diskussion „Transformative Strukturpolitik“, Nils Biermann, Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
16:00 Impuls & Diskussion „Transformationsstrategie Chempark“, Martin Voigt, Currenta GmbH & Co. OHG
16:45 Kaffeepause
17:00 Fokusgruppentische: Vorstellung der Tische im Plenum, im Anschluss Auswahl der Tische und Diskussion in Kleingruppen:

  • Tisch 1: Barrieren und Lösungsansätze für eine präventive und transformative Strukturpolitik vor Ort
  • Tisch 2: Lokale und regionale Steuerung – Schlüsselakteure und zukünftige Kapazitäten
  • Tisch 3: Förderprogramme und Rahmenbedingungen der lokalen Ebene
  • Tisch 4: Zukunftsvision präventive und transformative Strukturpolitik

17:40 Zusammenfassungen im Plenum
17:55 Nächste Schritte und Ausklang

Wie immer sind interessierte Gäste nach Anmeldung unter info@strukturpolitik.org herzlich willkommen.

Am 17. Januar werden wir im O-Werk Bochum unsere Mitgliederversammlung abhalten und freuen uns darauf, im Anschluss einen Einblick in die Entwicklungen am ehemaligen Opel-Produktionsstandort „Mark 51-7“ durch Prof. Dr. Manfred Wannöffel zu erhalten.

Herzlichen Dank an den Mitveranstalter ARL für die Organisation sowie an die Referierenden für ihre Beiträge sowie die Bereitschaft zum gemeinsamen Austausch.

GfS-Jahrestagung 2025 in Neuss: Neue Strategien für die regionale Transformation; Erfahrungen und Perspektiven

Die Transformation in Richtung einer dekarbonisierten Wirtschaft ist mittlerweile ein zentraler Bestandteil der regionalen Strukturpolitik. Anders als bisher geht es hierbei weniger um die Strategien zur Bewältigung regionaler Ungleichheiten, sondern um eine im Idealfall vorausschauende, proaktive Strukturpolitik.

Die gegenwärtigen Probleme einer klimagerechten Transformation (Umsetzungsschwierigkeiten, zu wenig Erfolgsbeispiele, sinkende Akzeptanz, allgemeine Wirtschaftssituation etc.) stellen damit auch die regionale Strukturpolitik vor neue Herausforderungen: Ihre Instrumente und Strategien müssen auf den Prüfstand.

Dies heißt nicht, alle bisherigen Ansätze über Bord zu werfen, sondern einen Lernprozess zu organisieren.  Zu fragen ist: Was können wir realistisch erwarten? Welche Instrumente haben sich bewährt, welche lassen sich an die neuen Herausforderungen anpassen, bei welchen sind nachhaltige Zweifel angebracht?

Diese Fragen betreffen nicht nur die Instrumente traditioneller Strukturpolitik, sondern auch erste Erfahrungen mit neuen Instrumenten für die regionale Transformation. Hier setzte unser Workshop am 17. Januar 2025 an, in dem er die bisherigen Erfahrungen auf den Prüfstand stellte.

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GfS-Jahrestagung 2024 in Duisburg: Strukturwandel am Beispiel der Stahlindustrie – Transformation zur Klimaneutralität durch Wasserstoff?

Regionale Strukturpolitik dient in den Zeiten von Klimakrise und Green Deal dem Ziel der Klimaneutralität. Der Pfad zur Dekarbonisierung stellt Regionen vor besondere Herausforderungen, die wie das Ruhrgebiet von energieintensiven Industrien wie der Stahlindustrie oder der Chemischen Industrie geprägt sind. Politik und Wirtschaft setzen auch hier ihre Hoffnung auf grünen Wasserstoff. Eine Studie im Auftrag des Regionalverbands Ruhr sah die Region 2020 „bei Wasserstoff in Spitzengruppe“. Eine weitere Untersuchung für die RAG-Stiftung sah NRW und das Ruhrgebiet 2021 als führendes Ökosystem für H2-Startups, aber auch noch unausgeschöpfte Potenziale.

Milliardenschwere Subventionen wurden genehmigt, aber woher kommt der grüne Strom? Kann diese ambitionierte Transformation gelingen, oder wird die Region endgültig zum Industriemuseum? Welche Voraussetzungen sind dafür vorhanden, welche müssen noch geschaffen werden? Welche Herausforderungen stehen der angestrebten Transformation entgegen, und welche Lösungsansätze gibt es dafür? Gelingt das Zusammenspiel von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Politik und Verwaltung sowie Zivilgesellschaft, oder verzettelt sich die Region in Kirchturmdenken und konkurrierenden Initiativen?

Innerhalb des Ruhrgebiets ist der Stahlstandort Duisburg Hotspot der Wasserstofftransformation. Dafür stehen die verbliebenen Hochofen-Standorte, Duisport mit seinem Zunftsprojekt Duisburg Gateway Terminal (DGT) sowie die Forschung am Zentrum für Brennstoffzellentechnologie. Welchen Einfluss hat die angestrebte Transformation auf die regionale Produktion und Wertschöpfungsketten sowie den Standort Duisburg?

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GfS-Jahrestagung 2023 am 20./21 Januar 2023 in Iserlohn: Transformationsherausforderungen in der Automotive-Industrie und die „ATLAS – Automotive Transformationsplattform Südwestfalen“

Südwestfalen gehört zu den Regionen, die überdurchschnittlich von der Industrie geprägt ist; wobei die Automobilindustrie mit über 500 Unternehmen und mehr als 50.000 Beschäftigten eine herausragende Rolle spielt. Von daher steht die Region durch die Transformation der Automobilindustrie vom Verbrennungsmotor hin zu elektrischen Antrieben vor einer tiefgreifenden Transformation, die sich auch mit Energieengpässen, Klimawandel, Digitalisierung und Fachkräftemangel auseinandersetzen muss.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit 7,1 Mio € geförderte Forschungsprojekt „ATLAS – Automative Transformationsplattform Südwestfalen“ bildet den Fokus der regionalen Transformationsstrategie und soll dazu beitragen, dass vor allem kleine und mittlere Unternehmen für die Herausforderungen der Zukunft aufgestellt werden. Der beteiligungsorientierte und sozialpartnerschaftliche Ansatz von ATLAS trägt der Notwendigkeit Rechnung, dass die Gestaltung der Transformation neue Formen einer vernetzten bzw. kooperativen Governance benötigt.

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GfS-Jahrestagung 2022 am 19. / 20. August: Regionale Innovationspolitik und soziale Lage in der Emscher-Lippe Region – Auf der Suche nach Auswegen aus regionalen Krisenkreisläufen

20 Mitglieder und Gäste folgten der Einladung dorthin, wo trotz des massiven jahrzehntelangen strukturpolitischen Engagements noch keine Trendwende zum Positiven erkennbar ist. Eine Jahrestagung im Spannungsbogen zwischen Wunsch und Wirklichkeit der Strukturpolitik.

Die Emscher-Lippe-Region im nördlichen Ruhrgebiet ist in den vergangenen Jahrzehnten erheblich vom Strukturwandel betroffen gewesen. Beschäftigungsabbau, Arbeitslosigkeit, sinkendes Steueraufkommen und steigende Belastungen der kommunalen Haushalte verdichten sich zu einer sich selbst verstärkenden Krisenspirale, der mit den gängigen strukturpolitischen Instrumenten nur schwer zu entgehen ist. Von daher stand im Mittelpunkt des Workshops die Frage, wie wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Ziele in der Strukturpolitik so miteinander verknüpft werden können, dass sie sich in ihren positiven Wirkungen verstärken. Dazu gehört auch die Frage, wie die künftig vermehrt verfügbaren strukturpolitischen Mittel zielgerichtet eingesetzt und zum Aufbau langfristig wirksamer Institutionen und Infrastrukturen genutzt werden können.

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