Unser Thema: Bochum-Strategie 2030

Dr. Lars Tata vom Referat des Oberbürgermeisters für gesamtstädtische Angelegenheiten der Stadt Bochum ermöglichte uns am 12. November 2019 im Essener Unperfekthaus den Einblick in den aktuellen Stand der Bochum-Strategie.

Dabei handelt es sich um eine langfristig (bis 2030) und thematisch breit aufgestellte Strategie mit „Change-Anspruch“. Die Stadtverwaltung als Absender verfolgt damit die Intention einer Steigerung der Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger. Die Stadt setzt dabei auf eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und den Faktor „Wissen“ als Motor der Stadtentwicklung. Ein wichtiger erster Meilenstein im Jahr 2017 waren ein Stakeholder-Workshop mit relevanten Entscheidungsträgern und Multiplikatoren sowie eine Bürgerkonferenz mit 300 durch das Amt für Statistik zufällig ausgewählten geladenen Bürgern, deren Geschlecht, Herkunft, Wohnort im Stadtgebiet und Alter einen Querschnitt der Gesellschaft darstellen. 2018 folgten ein Markt der Ideen als mehrtägiges Messeformat im Rathaus mit Veranstaltungen sowie eine zweite Bürgerkonferenz zum Thema Quartier und ein weitere Stakeholder-Veranstaltung. Die verschiedenen Beteiligungsformate führten zu rd. 1.200 steckbriefartigen Projektideen für mögliche Kernaktivitäten im Rahmen der Bochum Strategie (s.u.). Ein unmittelbares Ergebnis des Prozesses war die Einführung einer Stelle für Ideenmanagment in der Stadtverwaltung. Zukünftig soll der Kreis der Stakeholder z.B. um Vereine und Stadtteilinitiativen erweitert werden.
2019 folgte eine dritte Bürgerkonferenz.

Die im Juni 2017 als Erstauflage veröffentlichte Broschüre „Die Bochum Strategie 2030“ enthält ein Zielystem mit 5 Kompetenzen um einen Wesenskern aus „Wissen – Wandel – Wir-Gefühl“ (s. Beitragsbild oder Download unter https://www.bochum.de/Die-Bochum-Strategie). Diesen werden die wichtigsten Projektideen als „Kernaktivitäten“ zugeordnet, von denen 50 bereits zur Umsetzung beschlossen sind. Einzelne Schwerpunkte (z.B. Hochkultur der Spitzenklasse) sind noch nicht mit Kernaktivitäten hinterlegt. Zurzeit wird – neben der Umsetzung der Kernaktivitäten – daran gearbeitet, die Bochum Strategie mit den ihr hinterlegten Prozessen weiter zu verbessern. Dazu sind Arbeitsgruppen u.a. zum Controlling, zur Kommunikation und zur Verknüpfung der Bochum Strategie mit Fachkonzepten und Querschnittszielen der Stadtverwaltung eingerichtet.

Catherine Gregori und Frank Osterhoff konkretisierten diesen Einstieg mit persönlichen Beispielen. Wie gewohnt erörterten die elf Teilnehmenden die Besonderheiten der Bochum-Strategie von vielen Seiten. So z.B. die Fragen nach der Messbarkeit der Ziele (erstes Meilenstein-Monitoring gestartet), dem Umgang mit dem großen Ideenpool (u.a. Stelle für Ideenmanagement), der Beiteiligungsbereitschaft und -kompetenz der Bürger (gute Erfahrungen mit Vielfalt), der Einbindung der Wirtschaft (z.B. im Rahmen der Projekte), dem Rückhalt in der Politik (Abstimmung über Kernaktivitäten im Rat, aktive Mitarbeit im Beirat), der Bedeutung für die regionale Entwicklung (kleinräumige Kooperationen z.B. über Projekte denkbar), der Erklärungsbedürftigkeit einer komplexen Strategie (zielgruppenorientierte Moderation der Veranstaltungen, Marketingkonzept u.a. mit Corporate Identity) und den Unterschieden zu weiteren bekannten städtischen Entwicklungsstrategien (dortmund project, Mannheim Wandel im Quadrat, IBA Heidelberg).

Unser herzlicher Dank gilt dem Referenten Dr. Lars Tata für den Einblick und die Bereitschaft zur Diskussion als auch für die freundliche Genehmigung des Beitrag- Bildes!

Mitglieder-Themenpapier: Gerechter Wandel für Generationen und Regionen

Ein externer thematischer Beitrag unter Beteiligung unseres Mitglieds Stefan Gärtner zu dem in der GfS regelmäßig diskutierten Thema des Strukturwandels im Ruhrgebiet:

Elke Dahlbeck, Dr. Stefan Gärtner (2019): Gerechter Wandel für Generationen und Regionen – Erfahrungen aus dem Strukturwandel im Ruhrgebiet; eine Forschungsstudie im Auftrag des WWF Deutschland vom IAT (Hinweis: Downloadangebot von wwf.de)

Unser Thema: Neue Ansätze zur Unterstützung der Elektromobilität und Digitalisierung in NRW

Copyright © ElektroMobiltät NRW.

Alexandra Landsberg leitete am Beispiel der Region Ruhr und der Innovationsregion Rheinisches Revier die besonderen Schwerpunkte der aktuellen NRW-Strukturpolitik her. Dazu gehört weiterhin die Inwertsetzung vorhandener Stärken. Der Fokus auf Digitalisierung soll einen Anstoß zur beschleunigten Modernisierung der NRW-Wirtschaft geben um mittelfristig Wachstumsimpulse auszulösen.

Andrea Hoppe ging auf den zu erwartenden Wandel in der Automobilwirtschaft und die räumlichen Folgen des veränderten Mobilitätsverhaltens ein. In urbanen Räumen lassen sich verkehrsträgerübergreifende Konzepte gut ausprobieren. Elektromobile sind – so die These – ein wesentlicher Schlüssel für eine emissionsarme, vernetzte und digitale Mobilität. Die Brücke in eine klimagerechte und emissionsfreie Zukunft stellt mit Blick auf die Mobilität die größte Herausforderung dar. Nicht überall wird die Lösung Strom sein. Andere Energieträger werden benötigt und Mobilität wird viel stärker als in der Vergangenheit in integrierten Konzepten gedacht werden müssen. Exemplarisch skizzierten sie und Dagmar Grote-Westrick die wesentlichen Unterschiede in den vier Gewinnerstädten im Sonderförderbereich „Emissionsfreie Innenstadt“ des Projektaufrufs Kommunaler Klimaschutz.

14 Teilnehmende fanden sich am 20. März 2018 im Vamps Düsseldorf ein.  Sie führten die Gedanken der Referenten fort, u.a. die Frage wie man aus den vorhandenen  oder veränderten Forschungs- und Gründungsunterstützungsstrukturen neue digitale Geschäftsmodelle hervorbringen könnte. Oder ob der derzeit noch umstrittene ökologische Gesamtnutzen der Elektromobilität durch andere Vorteile wie Gesundheit wett gemacht wird.

Bildhinweis: © ElektroMobilität NRW

Mitglieder-Themenpapier: Knowledge, Technologies and Innovation for Development in the Agenda 2030, Revisiting Germany’s Contribution

Ein externer thematischer Beitrag unter Beteiligung unseres Mitglieds Frank Wältring zu den GFS-Themen Innovations- und Clusteransätzen: Frank Wältring, Dr. Shawn Cunningham (2017): Knowledge, Technologies and Innovation for Development in the Agenda 2030: Revisiting Germany’s Contribution, Published by Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH (Hinweis: Link auf externe Seite www.researchgate.net mit Downloadangebot )