GfS-Frühjahrstreffen am 17./18. Januar 2020 in OWL: Was gibt es Neues? Innovationsstrategien für Stadt und Land

OstWestfalenLippe und die REGIONALE 2022 „Das neue UrbanLand“ luden gemeinsam mit der Gesellschaft für Strukturpolitik zur Frühjahrstagung nach Bielefeld ein.

Die REGIONALE beschäftigt sich unter der Überschrift UrbanLand OWL mit der neuen Balance von Stadt und Land. Damit greift sie auch die aktuelle Diskussion um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse auf und kann zu dem 12-Punkte-Plan des Bundes einiges beitragen.

Die polyzentrische Region OWL mit den 70 Städten und Gemeinden sieht sich als Zukunftsmodell – wenn es gelingt, die Vernetzung weiter zu stärken. Und zwar auf mehreren Ebenen: physisch, insbesondere im Bereich Mobilität, digital und im Sinne der Kooperations-Netzwerke. Die REGIONALE ist in vier Handlungsfeldern aktiv:

  • Das neue StadtLandQuartier mit Lebendigen Quartieren, neuen Wohnmodellen, Projekten zur Verbesserung der Daseinsvorsorge – beispielsweise mit Gesundheitszentren – sowie Initiativen für Kultur als Motor der Stadt- und Dorfentwicklung.
  • Die neue Mobilität ist Handlungsfeld und Querschnittsaufgabe zugleich: Eingebettet in eine Gesamtstrategie werden Projekte in neun Handlungsfeldern entwickelt – mit dem Ziel, die Chancen der Digitalisierung für eine deutliche Verbesserung der Erreichbarkeit zu nutzen und gleichzeitig einem Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
  • Der neue Mittelstand setzt die Schwerpunkte bei Innovationsförderung und beruflicher Bildung.
  • Die neuen Kommunen ohne Grenzen: In diesem Arbeitsfeld entstehen starke Netzwerke mit dem Ziel, effiziente Kooperationen der Kommunen, aber auch ehrenamtlicher Initiativen und anderer Akteure aufzubauen.

Anlässlich unserer Frühjahrstagung lag der Schwerpunkt bei „Der neue Mittelstand“ mit Unternehmertum, Innovationsförderung, Beruflicher Bildung und Fachkräfte. Als Querschnittsthema war die Mobilität dabei. Eine zentrale Frage kann sein, wie der ländliche Raum von diesen Initiativen profitieren wird.

Mit der Exkursion am Freitag, 17. Januar besuchten wir den InnovationSPIN – ein REGIONALE-Projekt der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Höxter, Lippe Bildung und der TH OWL – in Lemgo. Gebaut ist noch nichts, aber das Projekt war schon sehr weit in der Vorbereitung inkl. der Schaffung gemeinsamer Arbeitsstrukturen. Außerdem ist es verortet auf dem Innovation Campus Lemgo, wo auch weitere Themen und Akteure abgebildet werden:

  • Smart Factory
  • Lemgo digital
  • Projekte des Autonomen Fahrens…
Mitgliederversammlung

Am Abend folgte die GfS- Mitgliederversammlung inklusive der Erörterung unserer Themen für das Jahr 2020.

Am Samstag begrüßten uns Annette Nothnagel und Herbert Weber in den Räumen der OWL GmbH in Bielefeld. Es standen dann die OWL GmbH mit ihren Formaten der Strukturentwicklung von der REGIONALE 2022 über den Spitzencluster It´s OWL bis hin zum aktuellen Programm OWL 2025 auf der Tagesordnung. Frau Prof. Schramm-Wölk, Präsidentin der FH Bielefeld und Vorsitzende von Campus OWL, einem Zusammenschluss der fünf staatlichen Hochschulen, hat sich mit einem Impuls zur Rolle der Hochschulen bei der Regionalentwicklung eingebracht.

An beiden Tagen gab es wie üblich wieder viel Raum für Diskussion und zum Netzwerken. Herzlichen Dank an die Referentinnen und Referenten für die gewährten Einblicke und die Bereitschaft zum intensiven Austausch: Prof. Dr. Stefan Witte (Vizepräsident für Forschung und Transfer, TH OWL), Alexander Kuhn (Technische Hochschule OWL, Institut für industrielle Informationstechnik – inIT), Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite (Leiter des Fraunhofer IOSB-INA Institutsteil für industrielle Automation), Annette Nothnagel (Leitung REGIONALE 2022 bei der OWL GmbH), Herbert Weber (Geschäftsführer OWL GmbH) und Prof. Ingeborg Schramm-Wölk (Vorsitzende Campus OWL und Präsidentin der FH Bielefeld) .

Kooperationsveranstaltung: Die REGIONALEN, Erfolgsformat innovativer Stadt- und Regionalentwicklung

Im Jahr 2018 starteten drei neue REGIONALEN: In Ostwestfalen- Lippe, in Südwestfalen und im Bergischen Rheinland. Damit geht dieses außergewöhnlich erfolgreiche Format innovativer Regionalentwicklung in sein drittes Jahrzehnt.

Dieser Anlass war für uns Grund genug, sich noch einmal die Leitprinzipien des Ansatzes zu vergegenwärtigen und die Pläne für die neuen REGIONALEN kennenzulernen.
Trotz des Erfolgs des Formats in Nordrhein-Westfalen ist es anderswo kaum  adaptiert worden. Daher wurde auch das einzige operative Beispiel außerhalb Nordrhein-Westfalens, die REGIONALE 2025 im Limmattal bei Zürich (CH), vorgestellt. Zudem wurden Bezüge der REGIONALEN zum innovativen, weiter verbreiteten, aber bislang weniger stringent realisierten Formal der Internationalen Bauausstellungen (IBA) diskutiert.

Rund 50 Teilnehmende folgten der Einladung am 10. September 2018 in das Lensing-Carree Conference Center in Dortmund. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung NRW (ILS) durchgeführt.

Hier finden Sie den Programmflyer (PDF-Format)

 

Mitglieder-Themenpapier: Ein Memorandum zur Zukunft Internationaler Bauausstellungen

Ein externer thematischer Beitrag unter Beteiligung unseres Mitglieds Reimar Molitor zu den in der GfS regelmäßig diskutierten Formaten/Initiativen in der Regionalentwicklung: Dr. Sonja Beeck, Prof. Dr. Werner Durth, Karl Jasper, Dr. Reimar Molitor, Reiner Nagel, Prof. Christa Reicher, Prof. Dr. Walter Siebel, Prof. Kunibert Wachten (2017): Ein Memorandum zur Zukunft Internationaler Bauausstellungen,  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit (Hinweis: Pressebild und Downloadangebot von bmub.bund.de)

Passend dazu ein Link zu einer Plattform, auf der die bisherigen Bauausstellungen kurz vorgestellt werden (u.a. auch IBA Parkstad): www.open-iba.de

Unser Thema: Stadt – Umland – Land (Siedlungsentwicklung – „Neue Übergänge“)

Frank Wältring eröffnete im Essener Unperfekthaus den Diskurs mit einer Betrachtung auf der Makro-Ebene. Eine regionale Bestandsaufnahme im Rheinland hat Themen und Leitbilder für verschiedene Teilräume ergeben, die u.a. bei der Bildung von (projektbezogenen) Kooperationen zwischen Akteuren helfen können. Bei der Überleitung zur Mikro-Ebene wechselte er zur Perspektive einer Ortschaft in einem ländlich geprägten Teil Westfalens. Dort steht mit dem LEADER-Programm zwar ein regionales Management zur ländlichen Entwicklung zur Verfügung. Dessen kleinräumige Gebietskulisse ist zur Bildung von Kooperationen zwischen Mittelstädten und dem ländlichen Umland jedoch nur bedingt geeignet.

Die fünf Teilnehmenden unterstützen den Input-Vortrag mit ihren Erfahrungen. So wurden spezifische Vor- und Nachteile der Regionalentwicklung in ländlichen Gebieten im Vergleich zu Metropolräumen erkannt. Zudem wurde der Gedanke formuliert, dass kommunale Wirtschaftsfördergesellschaften nicht die Vorreiter von ganzheitlichen und räumlichen Innovationsansätzen sind. Zugleich sind solche Ansätze notwendig, um wirtschaftliche, soziale und grüne Ansätze zusammenzudenken sowohl in ländlich-mittelstaedtischen Räumen als auch in Metropolregionen. In diesem Bereich besteht eine Lücke sowohl in der Raumplanung als auch in der Verknüpfung von neuen Förderansätzen.